Untitled (on site off space)
2014
Mixed Media
Dimensions Variable

Die ursprüngliche Frage des Ausstellungsprojekts „on site off space“ war, ob die Veröffentlichung des Werksprozesses, der künstlerischen Urschöpfung erkenntnisreich sein kann, ohne zwingend zu einem vermeintlich „fertigen“ Resultat kommen zu müssen. Was erzählen Werkspuren und Werkzeuge über den Künstler und seine Methodik? Darf in die Dunkelkammer der Kunstgenese geschaut werden oder sollte die Rezeptur verborgen bleiben?

Der Kunst Raum Riehen wurde als Verortung potentieller Werk- und Arbeitsoptionen benutzen und die Besuchenden herausgefordert, ihre (Seh-) Gewohnheit nach Verständnis im Vollendeten zu befragen. Durch dieses Ausstellen der künstlerischen Praxis (inklusive Leben) wird das noch immer zäh haftende Bild des Künstlers als Genie kritisch hinterfragt. Oder wurde das bekannte Klischee des künstlerischen Chaos nur bestärkt: erzwungene Ordnung vs. gesetztes Chaos?

Drei Wochen lang hatte der Besucher die Möglichkeit, den arbeitenden und teilweise dort lebenden KünstlerInnen zuzusehen und abzuwägen, welchen „künstlerischen“ Gehalt diese Arbeit hatte und in wie weit die Ausstellungssituation inszeniert und die Offenlegung tatsächlich sichtbar wurde. Wann wird der Künstler selbst zum Ausstellungsobjekt? Oder wurde gar eine Dauerperformance des Kunstmachens und Kunstlebens gezeigt? Zum Glück gibt es keine Allgemeinweisheit über die Kunst, sondern nur die Intensität des Diskurses.

Mit Daniela Brugger, Vera Bruggmann, Marc Hörler, Lena Kiss, Hanes Sturzenegger/Manuel Schneider, Yanik Soland, Tanja Weidmann, Claire Zumstein. Satellit: Jérémie Sarbach.

Kuratiert von Nicolas Kerksieck und Philipp Gasser

*Pictures by Christian Knörr

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